Forschung

Lactoferrin.

Lactoferrin gehört zu den wertvollen Bestandteilen der Muttermilch und begleitet das kindliche Immunsystem von Anfang an. Es gilt als natürlicher Helfer, wenn es darum geht, den kleinen Körper zu schützen und zu stärken. Hier findest Du die Ergebnisse der klinischen Untersuchungen

Mutter hält lächelnd ihr Baby im hellen Zimmer – Symbolbild für Babynahrung

Lactoferrin in der Muttermilch

Ein natürliches Protein der Erstmilch.

Lactoferrin kommt in hoher Konzentration in Muttermilch vor – besonders unmittelbar nach der Geburt des Kindes. In der Muttermilch unterstützt es die Abwehr des Säuglings, indem es Eisen bindet und die Entwicklung schädlicher Bakterien begrenzt. Der Gehalt in Muttermilch ist deutlich höher als in der Milch anderer Säugetiere wie Kühen oder Ziegen.

Über 95 % Lactoferrin-Reinheit in Mamilac Babynahrung – gleich nachgewiesene Wirksamkeit

DIE IMMUNFUNKTION

Lactoferrin: Abwehr unterstützen, Infektionen vorbeugen.

Unterstützung des Immunsystems

Lactoferrin stärkt die Immunabwehr und hilft dem Körper – auch vorbeugend –, Infektionen abzuwehren. Dies wird vor allem seinen eisenbindenden und antibakteriellen Eigenschaften zugeschrieben.

Lactoferrin in der Muttermilch

Lactoferrin ist ein natürliches Protein, das in hoher Konzentration in der Muttermilch vorkommt – besonders in den ersten Tagen nach der Geburt. Dort erfüllt es eine Schlüsselrolle: Es hilft dabei, das Immunsystem des Säuglings gezielt aufzubauen.

Deutlich mehr als in Kuh- oder Ziegenmilch

Mit durchschnittlich 2 Gramm pro Liter enthält menschliche Muttermilch bis zu 20-mal mehr Lactoferrin als Kuh- oder Ziegenmilch. Menschliches Kolostrum übertrifft diese Werte in den ersten Tagen nach der Geburt noch um ein Vielfaches.

Klinische Untersuchung

Ergebnisse aus einer Studie mit 292 Kindern.

In einer klinischen Untersuchung mit 292 Kindern zeigte sich: Die Ernährung mit einer Säuglingsmilch, die 60 mg Lactoferrin pro 100 ml enthält, senkt die Wahrscheinlichkeit von Durchfall, Infektionen der oberen Atemwege und Husten deutlich. Der Verzehr von mit MFGM und Lactoferrin angereicherter Milch war mit einer geringeren Anzahl an Fällen von Magen-Darm-Beschwerden und Atemwegsinfektionen verbunden.

Balkendiagramm: medizinisch bestätigte Ereignisse in Kontrollgruppe (148 Kinder) gegenüber der Gruppe mit Lactoferrin und MFGM (144 Kinder)
Babyflasche mit Milch im Vordergrund, im Hintergrund ein spielendes Kind

Die Studie in Zahlen

Die Ergebnisse.

Die Testgruppe, die mit einer mit Lactoferrin und MFGM angereicherten Säuglingsnahrung ernährt wurde, hatte im Vergleich zur Kontrollgruppe mit herkömmlicher Säuglingsnahrung weniger medizinisch bestätigte Krankheitsfälle – vor allem im Magen-Darm-Bereich und bei den Atemwegen.

  • 22 % geringeres RisikoDurchfall
  • 14 % geringeres RisikoInfektionen der oberen Atemwege
  • 28 % geringeres RisikoHusten

Wirkweise

Die Funktion von Lactoferrin im Körper.

Was Lactoferrin ist

Ein multifunktionales Protein

Lactoferrin ist ein Glykoprotein (ein Protein mit gebundenen Kohlenhydratketten), das in vielen Sekreten von Säugetieren vorkommt – darunter in Tränenflüssigkeit, Speichel und Nasensekret, vor allem aber in Muttermilch.

Am reichhaltigsten im Kolostrum

Die höchste Lactoferrin-Konzentration findet sich im menschlichen Kolostrum – der Erstmilch in den ersten Tagen nach der Geburt. In der anschließenden reifen Muttermilch nimmt der Gehalt schrittweise ab, bleibt aber weiterhin hoch.

Teil des Immunsystems

Lactoferrin ist ein Element des Immunsystems. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben bakterizide und fungizide Eigenschaften beschrieben. Insbesondere an den Schleimhäuten dient es als aktive Komponente der angeborenen Immunabwehr.

Vielfältiges Wirkungsspektrum

Studien belegen darüber hinaus antivirale, antitumorale, antiparasitäre und entzündungshemmende Eigenschaften. Zudem leistet Lactoferrin einen wichtigen Beitrag zur Darmgesundheit.

Unterstützung gegen Infektionen - akut und prophylaktisch

Geringeres Risiko für Atemwegsinfektionen

Lactoferrin besitzt antibakterielle und -virale Eigenschaften, die das Risiko von Infektionen der Atemwege senken können.

Gezielte Bekämpfung von Bakterien

Lactoferrin wirkt antibakteriell, indem es potenziell schädlichen Bakterien essenzielles Eisen entzieht, das diese für ihr Wachstum benötigen. Zudem bindet es an spezifische Rezeptoren der Bakterienwand und führt so zur direkten Auflösung (Lyse) der Erreger.

Antivirale Eigenschaften

Die antivirale Wirkung beruht vor allem auf dem Blockieren von Lipoproteinen, die Viren als Eintrittspforte in die Zelle dienen. Lactoferrin lagert sich an die Lipoproteine der Zellmembranen an und verhindert dort das Andocken von Viren. Zudem kann es direkt an Viruspartikel binden und das Genom verschiedener Viren spalten (RNA/DNA-Hydrolyse) und so deren Vermehrung stoppen.

Positiver Einfluss auf den Knochenhaushalt

Lactoferrin unterstützt die Knochengesundheit: Es regt die Aktivität knochenaufbauender Zellen an und fördert so das Wachstum sowie die Mineralisierung der Knochen.

Aktivierung von Immunzellen

Lactoferrin stimuliert Schlüsselzellen der Abwehr – wie Makrophagen und Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) – und regt den gezielten Abbau infizierter Zellen an.

Die wichtigsten Eigenschaften in der Säuglingsernährung

Stärkung der Immunität und Eisenversorgung

Studien zeigen, dass mit Lactoferrin angereicherte Säuglingsnahrung sowohl den Eisenstatus verbessert, als auch vor Infektionskrankheiten im Säuglingsalter schützt.

Vorbeugung der nekrotisierenden Enterokolitis 

Eine der wichtigsten Funktionen von Lactoferrin in der Säuglingsernährung ist die Vorbeugung der nekrotisierenden Enterokolitis (NEC) – eine lebensbedrohliche Darmentzündung, von der vor allem Frühgeborene betroffen sind.

Häufige Fragen

Fragen zur Forschung um Lactoferrin.

Was ist Lactoferrin?

Lactoferrin ist ein Protein – genauer ein multifunktionales Glykoprotein –, das in vielen Sekreten von Säugetieren vorkommt, etwa in Tränenflüssigkeit, Speichel und Nasensekret. Besonders reich daran ist Muttermilch, vor allem das Kolostrum in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt.

Was zeigen die klinischen Untersuchungen mit Kindern?

In einer klinischen Studie mit 292 Kindern (mit einer Formula, die sowohl Lactoferrin als auch MFGM enthielt) zeigte sich eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit von Durchfall, Infektionen der oberen Atemwege und Husten in der Testgruppe.

Wie wirkt Lactoferrin gegen Bakterien und Viren?

Vor allem über die Konkurrenz um Eisen: Lactoferrin bindet Eisen und blockiert damit den Zugang für krankheitserregende Bakterien, die dieses Element für Wachstum und Vermehrung brauchen. Zusätzlich bindet es an spezifische Rezeptoren der Bakterienwand, was zur Lyse der Bakterien führt. Die antivirale Wirkung beruht vor allem auf der Bindung an Rezeptoren der Wirtszelloberfläche, die Viren normalerweise als Eintrittspforte nutzen. Zudem kann Lactoferrin direkt an Viruspartikel binden.

Welche Eigenschaft ist besonders wichtig für Frühgeborene?

In der Ernährung von Frühgeborenen wird die unterstützende Wirkung von Lactoferrin auf die Darmreifung diskutiert. Einige Studien deuten auf einen positiven Effekt bei nekrotisierender Enterokolitis (NEC) und das verringerte Auftreten von NEC hin.

Warum ist Lactoferrin in Muttermilch so wichtig?

Lactoferrin unterstützt die gesunde Entwicklung des Immunsystems des Säuglings. Mit durchschnittlich 2 Gramm pro Liter enthält menschliche Muttermilch bis zu 20-mal mehr Lactoferrin als Kuh- oder Ziegenmilch. Menschliches Kolostrum übertrifft diese Werte in den ersten Tagen nach der Geburt noch um ein Vielfaches.

Literatur

Quellen der dargestellten Ergebnisse.

  1. Li, F., Wu, S. S., Berseth, C. L., Harris, C. L., Richards, J. D., Wampler, J. L., Zhuang, W., Cleghorn, G., Rudolph, C. D., Liu, B., Shaddy, D. J., & Colombo, J. (2019). Improved neurodevelopmental outcomes associated with bovine milk fat globule membrane and lactoferrin in infant formula: A randomized, controlled trial. The Journal of Pediatrics, 215, 24–31.e8.
  2. Chen, K., Zhang, L., Li, H., Zhang, Y., Xie, H., Shang, J., Tian, W., Yang, P., Chai, L., & Mao, M. (2015). Iron metabolism in infants: influence of bovine lactoferrin from iron-fortified formula. Nutrition, 31(2), 304–309.
  3. Chen, K., Chai, L., Li, H., Zhang, Y., Xie, H., Shang, J., Tian, W., Yang, P., & Jiang, A. C. (2016). Effect of bovine lactoferrin from iron-fortified formulas on diarrhea and respiratory tract infections of weaned infants in a randomized controlled trial. Nutrition, 32(2), 222–227.
  4. King, J. C., Jr., Cummings, G. E., Guo, N., Trivedi, L., Readmond, B. X., Keane, V., Feigelman, S., & de Waard, R. (2007). A Double-Blind, Placebo-Controlled, Pilot Study of Bovine Lactoferrin Supplementation in Bottle-fed Infants. Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition, 44(2), 245–251.
  5. Ali, A. S., Hasan, S. S., Kow, C. S., & Merchant, H. A. (2021). Lactoferrin reduces the risk of respiratory tract infections: A meta-analysis of randomized controlled trials. Clinical Nutrition ESPEN, 45, 26–32.
  6. Almeida, C. C., Mendonça Pereira, B. F., Leandro, K. C., Costa, M. P., Spisso, B. F., & Conte-Junior, C. A. (2021). Bioactive Compounds in Infant Formula and Their Effects on Infant Nutrition and Health: A Systematic Literature Review. International Journal of Food Science, 2021, 8850080.
  7. Rai, D., Adelman, A. S., Zhuang, W., Rai, G. P., Boettcher, J., & Lönnerdal, B. (2014). Longitudinal Changes in Lactoferrin Concentrations in Human Milk: A Global Systematic Review. Critical Reviews in Food Science and Nutrition, 54(12), 1539–1547.
  8. Demmelmair, H., Prell, C., Timby, N., & Lönnerdal, B. (2017). Benefits of Lactoferrin, Osteopontin and Milk Fat Globule Membranes for Infants. Nutrients, 9(8), 817.