Forschung
Lactoferrin.
Lactoferrin gehört zu den wertvollen Bestandteilen der Muttermilch und begleitet das kindliche Immunsystem von Anfang an. Es gilt als natürlicher Helfer, wenn es darum geht, den kleinen Körper zu schützen und zu stärken. Hier findest Du die Ergebnisse der klinischen Untersuchungen

Lactoferrin in der Muttermilch
Ein natürliches Protein der Erstmilch.
Lactoferrin kommt in hoher Konzentration in Muttermilch vor – besonders unmittelbar nach der Geburt des Kindes. In der Muttermilch unterstützt es die Abwehr des Säuglings, indem es Eisen bindet und die Entwicklung schädlicher Bakterien begrenzt. Der Gehalt in Muttermilch ist deutlich höher als in der Milch anderer Säugetiere wie Kühen oder Ziegen.

DIE IMMUNFUNKTION
Lactoferrin: Abwehr unterstützen, Infektionen vorbeugen.
Unterstützung des Immunsystems
Lactoferrin stärkt die Immunabwehr und hilft dem Körper – auch vorbeugend –, Infektionen abzuwehren. Dies wird vor allem seinen eisenbindenden und antibakteriellen Eigenschaften zugeschrieben.
Lactoferrin in der Muttermilch
Lactoferrin ist ein natürliches Protein, das in hoher Konzentration in der Muttermilch vorkommt – besonders in den ersten Tagen nach der Geburt. Dort erfüllt es eine Schlüsselrolle: Es hilft dabei, das Immunsystem des Säuglings gezielt aufzubauen.
Deutlich mehr als in Kuh- oder Ziegenmilch
Mit durchschnittlich 2 Gramm pro Liter enthält menschliche Muttermilch bis zu 20-mal mehr Lactoferrin als Kuh- oder Ziegenmilch. Menschliches Kolostrum übertrifft diese Werte in den ersten Tagen nach der Geburt noch um ein Vielfaches.
Klinische Untersuchung
Ergebnisse aus einer Studie mit 292 Kindern.
In einer klinischen Untersuchung mit 292 Kindern zeigte sich: Die Ernährung mit einer Säuglingsmilch, die 60 mg Lactoferrin pro 100 ml enthält, senkt die Wahrscheinlichkeit von Durchfall, Infektionen der oberen Atemwege und Husten deutlich. Der Verzehr von mit MFGM und Lactoferrin angereicherter Milch war mit einer geringeren Anzahl an Fällen von Magen-Darm-Beschwerden und Atemwegsinfektionen verbunden.


Die Studie in Zahlen
Die Ergebnisse.
Die Testgruppe, die mit einer mit Lactoferrin und MFGM angereicherten Säuglingsnahrung ernährt wurde, hatte im Vergleich zur Kontrollgruppe mit herkömmlicher Säuglingsnahrung weniger medizinisch bestätigte Krankheitsfälle – vor allem im Magen-Darm-Bereich und bei den Atemwegen.
- 22 % geringeres RisikoDurchfall
- 14 % geringeres RisikoInfektionen der oberen Atemwege
- 28 % geringeres RisikoHusten
Wirkweise
Die Funktion von Lactoferrin im Körper.
Was Lactoferrin ist
Ein multifunktionales Protein
Lactoferrin ist ein Glykoprotein (ein Protein mit gebundenen Kohlenhydratketten), das in vielen Sekreten von Säugetieren vorkommt – darunter in Tränenflüssigkeit, Speichel und Nasensekret, vor allem aber in Muttermilch.
Am reichhaltigsten im Kolostrum
Die höchste Lactoferrin-Konzentration findet sich im menschlichen Kolostrum – der Erstmilch in den ersten Tagen nach der Geburt. In der anschließenden reifen Muttermilch nimmt der Gehalt schrittweise ab, bleibt aber weiterhin hoch.
Teil des Immunsystems
Lactoferrin ist ein Element des Immunsystems. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben bakterizide und fungizide Eigenschaften beschrieben. Insbesondere an den Schleimhäuten dient es als aktive Komponente der angeborenen Immunabwehr.
Vielfältiges Wirkungsspektrum
Studien belegen darüber hinaus antivirale, antitumorale, antiparasitäre und entzündungshemmende Eigenschaften. Zudem leistet Lactoferrin einen wichtigen Beitrag zur Darmgesundheit.
Unterstützung gegen Infektionen - akut und prophylaktisch
Geringeres Risiko für Atemwegsinfektionen
Lactoferrin besitzt antibakterielle und -virale Eigenschaften, die das Risiko von Infektionen der Atemwege senken können.
Gezielte Bekämpfung von Bakterien
Lactoferrin wirkt antibakteriell, indem es potenziell schädlichen Bakterien essenzielles Eisen entzieht, das diese für ihr Wachstum benötigen. Zudem bindet es an spezifische Rezeptoren der Bakterienwand und führt so zur direkten Auflösung (Lyse) der Erreger.
Antivirale Eigenschaften
Die antivirale Wirkung beruht vor allem auf dem Blockieren von Lipoproteinen, die Viren als Eintrittspforte in die Zelle dienen. Lactoferrin lagert sich an die Lipoproteine der Zellmembranen an und verhindert dort das Andocken von Viren. Zudem kann es direkt an Viruspartikel binden und das Genom verschiedener Viren spalten (RNA/DNA-Hydrolyse) und so deren Vermehrung stoppen.
Positiver Einfluss auf den Knochenhaushalt
Lactoferrin unterstützt die Knochengesundheit: Es regt die Aktivität knochenaufbauender Zellen an und fördert so das Wachstum sowie die Mineralisierung der Knochen.
Aktivierung von Immunzellen
Lactoferrin stimuliert Schlüsselzellen der Abwehr – wie Makrophagen und Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) – und regt den gezielten Abbau infizierter Zellen an.
Die wichtigsten Eigenschaften in der Säuglingsernährung
Stärkung der Immunität und Eisenversorgung
Studien zeigen, dass mit Lactoferrin angereicherte Säuglingsnahrung sowohl den Eisenstatus verbessert, als auch vor Infektionskrankheiten im Säuglingsalter schützt.
Vorbeugung der nekrotisierenden Enterokolitis
Eine der wichtigsten Funktionen von Lactoferrin in der Säuglingsernährung ist die Vorbeugung der nekrotisierenden Enterokolitis (NEC) – eine lebensbedrohliche Darmentzündung, von der vor allem Frühgeborene betroffen sind.
Häufige Fragen
Fragen zur Forschung um Lactoferrin.
Was ist Lactoferrin?
Lactoferrin ist ein Protein – genauer ein multifunktionales Glykoprotein –, das in vielen Sekreten von Säugetieren vorkommt, etwa in Tränenflüssigkeit, Speichel und Nasensekret. Besonders reich daran ist Muttermilch, vor allem das Kolostrum in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt.
Was zeigen die klinischen Untersuchungen mit Kindern?
In einer klinischen Studie mit 292 Kindern (mit einer Formula, die sowohl Lactoferrin als auch MFGM enthielt) zeigte sich eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit von Durchfall, Infektionen der oberen Atemwege und Husten in der Testgruppe.
Wie wirkt Lactoferrin gegen Bakterien und Viren?
Vor allem über die Konkurrenz um Eisen: Lactoferrin bindet Eisen und blockiert damit den Zugang für krankheitserregende Bakterien, die dieses Element für Wachstum und Vermehrung brauchen. Zusätzlich bindet es an spezifische Rezeptoren der Bakterienwand, was zur Lyse der Bakterien führt. Die antivirale Wirkung beruht vor allem auf der Bindung an Rezeptoren der Wirtszelloberfläche, die Viren normalerweise als Eintrittspforte nutzen. Zudem kann Lactoferrin direkt an Viruspartikel binden.
Welche Eigenschaft ist besonders wichtig für Frühgeborene?
In der Ernährung von Frühgeborenen wird die unterstützende Wirkung von Lactoferrin auf die Darmreifung diskutiert. Einige Studien deuten auf einen positiven Effekt bei nekrotisierender Enterokolitis (NEC) und das verringerte Auftreten von NEC hin.
Warum ist Lactoferrin in Muttermilch so wichtig?
Lactoferrin unterstützt die gesunde Entwicklung des Immunsystems des Säuglings. Mit durchschnittlich 2 Gramm pro Liter enthält menschliche Muttermilch bis zu 20-mal mehr Lactoferrin als Kuh- oder Ziegenmilch. Menschliches Kolostrum übertrifft diese Werte in den ersten Tagen nach der Geburt noch um ein Vielfaches.
Literatur
Quellen der dargestellten Ergebnisse.
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